Neun von zehn KMU, die wir treffen, haben KI bereits ausprobiert. Die wenigsten haben sie im Einsatz. Der Unterschied liegt fast nie an der Technologie.
Ein Pilotprojekt läuft, die Ergebnisse überzeugen, die Geschäftsleitung nickt – und ein halbes Jahr später arbeitet niemand mehr damit. Dieses Muster wiederholt sich so verlässlich, dass es sich lohnt, die Ursachen zu benennen. Sie sind selten technischer Natur.
Das Werkzeug kam vor der Frage
Der häufigste Startpunkt ist ein Werkzeug, nicht ein Problem. Jemand sieht eine Demo, die Begeisterung ist echt, und die Suche nach dem passenden Anwendungsfall beginnt rückwärts. Was dabei entsteht, löst dann oft ein Problem, das niemand besonders drückte.
Die Umkehrung kostet wenig und verändert viel: Zuerst die Tätigkeit benennen, die heute Zeit frisst, fehleranfällig ist oder niemandem Freude macht. Dann fragen, ob KI dafür das richtige Mittel ist. Manchmal lautet die ehrliche Antwort nein – und eine saubere Schnittstelle wäre die bessere Investition.
Die Daten waren nie das Thema
KI-Ergebnisse sind so gut wie die Daten darunter. Das klingt banal, wird aber regelmässig übersprungen, weil Datenarbeit unspektakulär ist. Verstreute Excel-Stände, drei Schreibweisen für denselben Lieferanten, Felder, die seit Jahren jemand anders meint als ursprünglich gedacht: All das fällt im Pilotprojekt mit sauber ausgewählten Testdaten nicht auf. Im Alltag fällt es sofort auf.
Die erfolgreichste digitale Transformation ist in erster Linie eine kulturelle Transformation.
Niemand war für die Veränderung zuständig
Technologie findet Akzeptanz, wenn sie einen erkennbaren Mehrwert bietet und die Menschen befähigt werden, sie zu nutzen. In vielen Projekten ist Letzteres niemandes Aufgabe. Die IT liefert das System, die Fachabteilung soll es «einfach verwenden» – und die Frage, was sich dadurch an der täglichen Arbeit ändert, stellt niemand.
Dabei genügt oft wenig: eine Person im Team, die als erste Ansprechstelle gilt. Ein wiederkehrender Termin, an dem offen gesagt werden darf, was nicht funktioniert. Und sichtbare Reaktionen darauf.
Woran Sie es früh erkennen
Vier Fragen, die Sie in zehn Minuten beantworten können. Jedes Nein ist ein Hinweis, kein Urteil:
- Können Sie den Nutzen in einem Satz ohne das Wort «KI» formulieren?
- Wissen Sie, wer nach dem Projektende für das System zuständig ist?
- Hat jemand aus dem betroffenen Team vor der Auswahl mitgeredet?
- Ist klar, woran Sie in sechs Monaten Erfolg oder Misserfolg messen?
Drei- oder viermal Nein bedeutet nicht, dass das Vorhaben scheitert. Es bedeutet, dass die entscheidende Arbeit noch vor Ihnen liegt – und dass sie günstiger ist als ein Projekt, das nach sechs Monaten still eingestellt wird.
Der erste Schritt ist kleiner als gedacht
Der wirksamste Anfang ist kein Werkzeugvergleich, sondern ein Gespräch mit den Menschen, die die Arbeit heute machen. Wo entstehen Doppelspurigkeiten? Welche Tätigkeit würde niemand vermissen? Diese Antworten sind der Bauplan – die Technologie folgt daraus, nicht umgekehrt.
Wenn Sie das strukturiert angehen möchten: Wir begleiten Schweizer KMU genau durch diesen Schritt. Lernen Sie uns kennen.
